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1. Das größte Schützenfest der Welt in Hannover

Vogelschiessen Schon 1301 war jeder Bürger in Hannover im Rahmen der Stadtverteidigung angehalten, wöchentlich mit der Armbrust auf einen hölzernen Papageien auf einer Stange (siehe Zeichnung) zu schiessen. Urkundlich erwähnt wurden diese Schiessen erstmalig im Jahr 1468, als sich Herzog Wilhelm, der Ältere, in einem Brief an den Rat über wehrsportliche Übungen beschwerte. Ihm war zu Ohren gekommen, dass die Bürger immer dann mit der Armbrust nach dem Holzvogel schossen, wenn sie mit ihrem Landesherrn in Fehde lagen. Als Herzog Erich I, auch der Ältere genannt, die Hannoveraner im Jahr 1529 mit dem Privileg ausstattete, jedes Jahr ein Schützenfest zu veranstalten, hatten diese bereits auf Feuerwaffen umgerüstet.

1575 wurde erstmalig eine Schützenordnung erstellt, die den Festbetrieb regelte. Nachdem der 30-jährige Krieg auch Hannover nicht verschonte, ging allerdings die Beteiligung an den Schießen zurück. Um aber die Verteidigung aufrecht zu erhalten, wurde beschlossen, den besten Schützen zunächst für 1 Jahr von üblichen Wachdiensten und Gemeinschaftsarbeiten frei zu stellen. 1654 wurde sogar die Steuerfreiheit für 1 Jahr vom Rat beschlossen und bis 1938 aufrechterhalten. Nun nahmen die Bürger wieder an den Schießen teil. Die Schaffer die das Schießen organisierten, benötigten dazu Hilfspersonal - die sogenannten Bruchmeister -, die das eigentliche Schießen überwachten. Das Wort selber kommt vom "Bruch" der Ordnung, die von den "Meistern" geahndet wird und den Delinquenten zu einer Zahlung von 5 Talern in die "Bruchkasse" anhielten. Über die Jahrzehnte wuchs das Ansehen der Bruchmeister in der Stadt. Nur Personen von gutem Leumund und Charakter wurden auserwählt. Desweiteren mußten Sie ledig und unbescholten sein, damit dieser schwere Dienst das Familienleben nicht belastete. Auch heute noch gelten diese Kriterien, obgleich heute nur noch Schützen aus Schützenvereinen dieses Amt bekleiden. Aber von gutem Charakter, ledig und unbescholten müssen sie auch heute noch sein....

Während die Schützen zu jener Zeit noch in Zivil antraten, entstand im Jahr 1837 eine neue Schützenordnung, die es gestattete, in gleichmäßig gekleideten Gruppen aufzutreten. Deshalb gilt dieses Jahr als Geburtsstunde der hannoverschen Schützenvereine. 1905 erhielten auch die Bruchmeister eine neue Kleiderordnung, die heute noch Ihre Gültigkeit hat: "getragen wird ein schwarzer Cut mit schwarzem Beinkleid, weißer Weste und einer weißen Fliege und ein schwarzer Zylinder mit Kleeblatt...", dem heraldischen Symbol Hannovers.

1926 wurde die vierte Bruchmeisterstelle geschaffen, und so haben wir auch noch heute vier Bruchmeister, die nicht nur dem hannoverschem Schützenfest den feierlichen Rahmen geben und deren Verpflichtung jedes Jahr im Rathaus durch den Oberbürgermeister per Handschlag erfolgt, sondern auch in den folgenden 365 Tagen der Landeshauptstadt Hannover bei festlichen Anlässen immer gerne zur Seite stehen. Träger des hannoverschen Schützenwesens sind daher auch der Verband Hannoverscher Schützenvereine (VHS) und die Stadt Hannover. Eigens für diesen Zweck wurde 1964 die Schützenstiftung gegründet, die von der Stadt verwaltet wird. Im Verwaltungsrat der Schützenstiftung, sind die Repräsentanten des VHS und der Stadt paritätisch vertreten. Außerdem gibt es für allgemeine Fragen den Schützenrat, dem die Vorsitzenden der hannoverschen Schützenvereine angehören und den der Oberbürgermeister persönlich leitet, sowie den Schützenbeirat, der aus Mitgliedern des Rates der Landeshauptstadt Hannover besteht.

Quellen:
  1. Geschichte der Bruchmeister und des Schützenwesens in Hannover auf der Internetseite: "www.bruchmeister.de"
  2. Die Geschichte des Schützenfestes in Hannover auf der Internetseite "www.schuetzenfest-hannover.de"


2. Schützenfest im Mittelalter

Schützenfest Draußen vor dem Stadttor werden in bunt bewimpelten Zelten, Schmuckflaschen und Leckerbissen angeboten oder Schaulustige durch Bilder und Anpreisungen angelockt, näherzutreten und seltsame Tiere aus fernen Ländern zu bestaunen. Ein buntes Treiben wogt um die Schießstätte. Wettkämpfe im Laufen, Springen und Steinwerfen sind für Frauen und Knaben eingerichtet. "Glückstöpfe" sind ausgestellt, der Anfang unserer Lotterien. Jeder kann gegen geringes Entgelt einen Zettel ziehen; wer Glück hatte, erhält einen Gewinn.

Daneben ertönen lustige Weisen der Schalmeien, Querpfeifen, Trommeln, Dudelsäcke und Posaunen, nach denen Paare sich im Tanze wiegen. Würfelspiel und Becherklang, Singen und Jauchzen erschallt. Auf der einen Seite des großen Platzes ist eine lange Bahn durch Seile abgesperrt; am Ende erhebt sich eine Scheibe, die den Schützen zum Ziele dient, oder eine hohe Stange trägt den Vogel. Von ferne her sind die Schützen herbeigeeilt, um die Preise zu werben, die je nach dem Treffer, den ein Schütze getan hat, verteilt werden. Goldene und silberne Pokale, kostbare Ketten und Armbänder, wertvolle Tücher und Kleider, die als Preise für den besten Schützen bestimmt sind, werden in einem besonderen Zelte ausgestellt und locken viele Neugierige heran.

Während die Schützen Schuß auf Schuß aus der Armbrust oder der Kugelbüchse abgeben, hält der Pritschenmeister, in Narrentracht gekleidet, mit seinem breiten Holzschwert, das klatschend auf den Rücken der Umstehenden niederfährt, Ordnung unter den Zuschauern, besingt die besten Schützen in launigen Versen und verspottet den Ungeschickten. Plötzlich ertönt ein ein lautes Beifallsrufen: der Meisterschuß ist getan; die Mitte der Scheibe ist getroffen, der Vogel von seiner Stange heruntergeholt. Jetzt ordnen sich die Schützen zum festlichen Einzuge in die Stadt. In bunte Uniformen gekleidet, voran der Hauptmann mit gezogenen Degen, in der Mitte der neue "Schützenkönig", kenntlich an der breiten, goldenen Ehrenkette, dahinter der Fähnrich mit der Fahne: so ziehen die Schützen, umgeben von einer zahllosen Menge, durch das altersgraue Stadttor, um das Fest mit einem munteren Gelage in dem großen Rathaussaale zu beschließen.

Quelle:
  1. Kulturbilder aus Deutschlands Vergangenheit, gefunden auf der Internetseite "www.jadu.de"


© Arno Jakobs


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